Krankheit und Behinderung
HIV/AIDS in Tansania
Jeder Tag bedeutet für viele Menschen in Tansania einen Kampf ums Überleben. Sie wohnen in kleinen Lehmhütten auf engstem Raum, schlafen auf dem nackten Erdboden den Witterungen ausgeliefert, haben nicht genug zu essen und leben mangels sauberen Wassers unter katastrophalen hygienischen Verhältnissen. Kommt HIV/Aids hinzu, bringt das die Familie oft zum Zusammenbruch. Die Lebenserwartung in Tansania liegt nur bei ungefähr 64 Jahren. Diese Tatsache ist nicht zuletzt HIV/AIDS zuzuschreiben, das in den letzten 20 Jahren zu einer globalen Epidemie geworden ist. Besonders betroffen ist das Afrika südlich der Sahara, in dem über 70% der weltweit Infizierten leben. Die Krankheit ist besonders unter den Ärmsten sehr weit verbreitet; über die Hälfte der Infizierten sind Frauen und Mädchen. Tansania ist mit 5% eines der Länder mit dem höchsten Anteil an HIV-Infizierten.
Erkrankt ein Familienmitglied an AIDS, sind die Kinder meist die nächstbetroffenen. Die Zahl der Kinder, die durch HIV/AIDS betroffen sind, ist jedoch um ein Vielfaches größer. Dazu gehören auch Kinder, deren Eltern an AIDS erkrankt sind und oft schwer krank Zuhause gepflegt werden müssen – oder gar im Sterben liegen. Abgesehen von dem persönlichen Schmerz ein Elternteil zu verlieren, sind die Kinder durch diese Schicksalsschläge - bereits während ihre Eltern noch leben - großen existentiellen Problemen ausgesetzt, da ihre Eltern aufgrund der Krankheit nicht für sie sorgen können.
Manche Kinder können bei Familienangehörigen unterkommen; besonders die Großeltern spielen bei der Betreuung der verwaisten Enkel eine tragende Rolle, doch meist leben sie selbst schon am Rande des Existenzminimums. An einen Schulbesuch der Kinder ist deshalb wegen der Kosten gar nicht zu denken. Daher benötigen viele der Kinder finanzielle Unterstützung bei der Finanzierung ihrer Schulplätze. Nur so können sie den Teufelskreis der Armut, Ausgrenzung und Stigmatisierung durchbrechen und einer selbstbestimmten Zukunft entgegengehen. Manche von HIV/AIDS betroffene Kinder sind selber infiziert – nicht selten seit ihrer Geburt. Viele Kinder bleiben nach dem Tod der Eltern verlassen zurück und müssen um ihr Überleben kämpfen. Viele verlieren diesen verzweifelten Kampf.
Situation behinderter Kinder in Tansania
Mit einer geistigen Behinderung wie dem Down-Syndrom auf die Welt zu bekommen, bedeutet in Tansania, aus der Gesellschaft ausgestoßen zu werden. Denn im Aberglauben vieler Dorfbewohner liegt die Ursache für diese Behinderung in einem bösen Fluch, der auf der Familie liegt. So werden viele der Kinder vor den Blicken der Nachbarn versteckt, manche gar getötet. Auch die Zahl körperlich behinderter Kinder ist in Tansania hoch, was an mangelnder Hygiene bei der Behandlung von Wunden oder fehlenden Impfungen liegt. Einen Klumpfuß oder verkrümmte Knochen zu haben, bedeutet in Afrika, nicht mitarbeiten zu können und somit für die Familie keine Hilfe zu sein.
Die Menschen der Region Arusha und Singida sind u.a. Angehörige der Massai-Ethnie, die halbnomadisch von der Viehhaltung und somit meist unter sehr armen Bedingungen leben. In den weit abgelegenen Gebieten haben sie kaum Zugang zu Bildung oder medizinischer Versorgung. Häufig bilden Unfälle wie schwere Verbrennungen durch offene Feuerstellen oder die Verwendung von Gasflaschen, keine seltene Ursache für eine nachfolgende körperliche Behinderung. Ebenfalls häufig sind geistige Behinderungen durch Hausgeburten, da diese größtenteils unter ärmlichen Bedingungen stattfinden. So können Neugeborene zum Beispiel im Geburtskanal stecken bleiben, einen Sauerstoffmangel erleiden und einen Hirnschaden erleiden, der in der Folge zu Lähmungen oder geistigen Behinderungen führt.
Da die meisten Familien sich eine stationäre Behandlung, orthopädische Hilfsmittel oder eine Operation aufgrund ihrer Armut nicht leisten können, ist die Unterstützung von behinderten und kranken Kindern von Spenden abhängig.

