Behinderung in Tansania - Ein böser Fluch?
Ein Besuch im Rehazentrum in Monduli
Mit einer Behinderung wie dem Down-Syndrom auf die Welt zu bekommen, bedeutet in Tansania, aus der Gesellschaft ausgestoßen zu werden. Das erfuhren auch die CED-Helfer aufs Neue, als sie im August das Rehazentrum für Kinder in Monduli besuchten.
Denn im Aberglauben vieler Dorfbewohner liegt die Ursache für diese Behinderung in einem bösen Fluch, der auf der Familie liegt. So werden viele der Kinder vor den Blicken der Nachbarn versteckt, manche gar getötet. Auch die Zahl körperlich behinderter Kinder ist in Tansania hoch, was an mangelnder Hygiene bei der Behandlung von Wunden oder fehlenden Impfungen liegt. Einen Klumpfuß oder verkrümmte Knochen zu haben, bedeutet in Afrika, nicht mitarbeiten zu können und somit für die Familie keine Hilfe zu sein.
Liebevolle und fachkundige Betreuung im Monduli Reha-Zentrum
Nach der Operation durch Fachchirurgen in einer naheliegenden Klinik, z.B. der der Diözese Arusha unter der Leitung von Dr. Mardai, werden die Kinder im Monduli Reha-Zentrum von Physiotherapeuten behandelt. Mitarbeiter schulen auch die Mütter, damit die Kinder nach der Entlassung aus dem Reha-Zentrum möglichst gut gefördert werden und eine Regelschule besuchen können. In der hauseigenen Werkstatt werden die nötigen orthopädischen Hilfsmittel wie Prothesen für die Kinder hergestellt.
Von den Angehörigen wird für die Operations- und Rehakosten ein kleiner Beitrag erbeten, den sie meist jedoch nicht leisten können, da sie selbst nur das Nötigste zum Leben haben. Hier helfen die Spenden des CED!
Hilfe für Kinder mit Down-Syndrom
Auch Mütter von Kleinkindern mit Down-Syndrom erhalten in Kursen fachkundige Beratung, wie sie ihre Kinder mit einfachen physiotherapeutischen Übungen fördern können. In Gruppen- und Einzeltherapien bekommen sie neben dieser Hilfe auch die mentale Unterstützung, mit ihren Sorgen und Nöten nicht allein zu sein. Zudem besuchen freiwillige Gesundheitshelfer die Familien in ihren Dörfern, um sie auch bei der Bewältigung von Alltagsschwierigkeiten mit den behinderten Kindern zu unterstützen.
Große Träume können Wirklichkeit werden
So kann Leon nach seiner Operation und der Behandlung im Monduli Reha-Zentrum wieder gehen und sich nach Abschluss der High School seinen Traum erfüllen: Arzt zu werden, um anderen Menschen zu helfen, so wie ihm geholfen wurde.
