"Mir gefallen vor allem das Miteinander, die Herzlichkeit und die Freude – untereinander in den Helferkreisen, aber auch bei den Projektpartnern."

Fabienne Brunner, CED-Helferin aus der Schweiz

CED: Seit wann engagieren Sie sich für den CED?

Fabienne Brunner: Ich verfolge die Aktivitäten des CED schon recht lange und bin im letzten Jahr zur Jubiläumsfeier nach München gefahren. Es war großartig, all die Helfer zu treffen und die Freude zu erleben, die alle verbindet. Dieses Treffen und vor allem das Kennenlernen all der Unterstützer und Projektpartner haben mich sehr berührt und mich motiviert, mich stärker zu engagieren.

CED: Was gefällt Ihnen am CED?

Fabienne Brunner: Mir gefallen vor allem das Miteinander, die Herzlichkeit und die Freude – untereinander in den Helferkreisen, aber auch bei den Projektpartnern. Man sieht beim CED auch genau, wem das Engagement hilft und vor allem wie es hilft, zum Beispiel wenn die CED-Helfer von den Fortschritten vor Ort berichten.

CED: Gibt es Projekte, die Sie besonders interessieren/unterstützen?

Fabienne Brunner: Ich war ja bis vor kurzem selbst noch Schülerin, also kann ich mich besonders mit der Pallotti-Schule in Tansania und der Piali School in Indien identifizieren.

CED: Wie waren Ihre Eindrücke auf der Jubiläumsfeier über die Projektpartner?

Fabienne Brunner: Bei der großen Jubiläumsfeier konnte ich die Projektpartner kennenlernen, die alle unglaubliche Persönlichkeiten sind. Sie leiten ihre Projekte mit allem Herzblut, das sie haben, und einer großen Portion Gottvertrauen. Viele haben auch unheimlich viel riskiert, um ihrer Berufung nachzugehen – das hat mich sehr beeindruckt. Gleichzeitig sind alle unglaublich herzlich und positiv trotz des Elends, dem sie täglich begegnen. Vor allem hat mich die Dankbarkeit der Projektpartner berührt, die jedem Helfer in gleicher Weise dankbar sind – unabhängig davon ob jemand einen Euro spendet, 1.000 Euro oder Marmelade verkauft oder betet.

Reiten für den CED

Sabrina Schorr, CED-Helferin aus Coburg

CED: Du unterstützt seit 2016 den CED durch die Teilnahme an Reitturnieren. Wie bist Du auf die Idee gekommen?

Sabrina Schorr: Schon als Kind hatte ich den Traum, als professionelle Reiterin den CED zu unterstützen und damit zwei wichtige Teile meines Lebens zu verbinden. Ich bin zwar kein Reit-Profi geworden, kann aber mit den errittenen Beträgen Gutes tun. 15 bis 30 Euro pro Turnier klingt vielleicht nicht nach viel, kann aber einiges bewirken: Mit 15 Euro kann man zum Beispiel einer Schülerin der Piali Schule in Indien Schulmaterialien für einem Jahr stellen. Ich habe das große Glück, dass mich meine Eltern, Freunde und Trainer toll unterstützen und mich beispielsweise überall hinfahren. Ohne diese Unterstützung meines Umfelds wäre das alles nicht möglich und ich könnte auch nicht die indischen Mädchen unterstützen.

CED: Seit wann kennst Du Susanne Pechel und den CED? Wie ist es dazu gekommen?

Sabrina Schorr: Ich kenne Susanne im Grunde schon seit meiner Geburt. Meine Eltern waren im Chor bei Christine Göbel und haben sich im Helferkreis Coburg engagiert. Als Kind war ich immer mit dabei und so wurde der CED irgendwie ein Teil von mir, auch wenn beispielsweise durch die Schule der Kontakt nicht immer gleich eng geblieben ist.

CED: Was gefällt Dir besonders am CED?

Sabrina Schorr: Mir gefällt vor allem die Nähe zu den Projektpartnern. 2003 hatte der Helferkreis Coburg sein 10-jähriges Jubiläum, an dem auch Projektpartner teilgenommen haben. Dadurch bekommt man live mit, was das Engagement bewirkt. Diese Nähe zu den Helfern vor Ort findet man eben nicht bei anderen Organisationen, wo alles ein wenig anonymer und nicht so direkt abläuft. Außerdem ist der CED wie eine Familie, hier kennt jeder jeden. Und auch wenn man nach längerer Zeit wieder vorbeischaut, ist es wie nach Hause kommen.

CED: Was sind Deine Zukunftspläne, sowohl was das Reiten als auch den CED anbelangt?

Sabrina Schorr: Wenn man mit Tieren arbeitet sind Pläne immer schwierig, weil immer etwas dazwischen kommen kann. So wurde mein Pferd leider letztes Jahr krank, so dass die Saison nicht wie geplant gelaufen ist. Trotzdem würde ich gerne noch zwei Klassen aufsteigen und dann in der zweithöchsten Klasse reiten. Ich möchte auch gerne mal ein Projekt des CED besuchen, sei es in Afrika oder in Indien. Und ich würde gerne eine Aktion mit anderen Reitern für den CED durchführen. Vielleicht kann ich dazu demnächst mehr verraten.

"Aus Stoffresten wird Zukunft"

Renate Schach, CED-Helferin aus Heidenheim

CED: Frau Schach, Sie haben mittlerweile schon über 1.000 Karten in allen erdenklichen Farben und Formen genäht. Wie kamen Sie auf die Idee und wann haben Sie sie in die Tat umgesetzt?

R. Schach: Im Sommer 2013 sah ich eine Sendung über Mutter Teresa und erinnere mich noch gut, dass ich ausgerechnet an diesem Nachmittag den Fernseher angeschaltet hatte, obwohl ich sonst nur abends schaue. Als der Film zu Ende war, fiel mir ein stabiler Ballen Stoff ein, den ich geschenkt bekommen hatte. Er hatte eine unempfindliche Farbe und eignete sich nicht für feine Näharbeiten. Deshalb beschloss ich, Einkaufstaschen zu nähen und sie mit einer bunten Vorderseite in Patchwork-Technik zu verzieren. Die ca. 35 Taschen verkaufte ich dann bei einem Stadtfest und konnte damals 600 Euro für Straßenkinder in Indien spenden. Das war der Beginn meiner Hilfsaktionen.

CED: Schon von Anfang an ging der Erlös zu 100% für Straßenkinder im Ausland. So haben Sie schon große Summen für die „Friedhofskinder" auf den Philippinen, für Erdbeben-und Taifun-Opfer oder für die Kinder, die in Indien Elektroschrott und Müll sammeln müssen, unterstützt. Was ist Ihre Motivation?

R. Schach: Viele sagen „Als Einzelner kann man in diesen Ländern wie Indien, Nepal u.a. nichts tun. Da muss die Regierung helfen!" Aber ich denke, bis die Verantwortlichen an der Situation der Armen etwas verbessern, kann man lange warten! So beschloss ich, zu beweisen, dass man auch als Einzelne etwas bewirken kann! Erfreulicherweise unterstützt mich die „Heidenheimer Zeitung", die immer wieder abdruckt, was ich wo für welche Aktion erlösen und überweisen konnte. Ich bin froh, dass ich den Kunden so zeigen kann, dass ich die Summen ehrlich weitergebe.

Mittlerweile bin ich auch oft mit meinem Kartenverkauf auf Kunsthandwerkermärkten oder Messen. Dann stehe ich stundenlang für Interessierte bereit, informiere über das aktuelle Projekt, genieße jedes Lob und freue mich jedes Mal aufs Neue über die Erlöse, mit denen sich so viel Gutes tun lässt.

CED: Die Herstellung der Karten scheint recht aufwändig. Wie kann man sie sich vorstellen?

R. Schach: Ich drehe und wende meine Stoffreste so lange, bis die ideale Farbkombination gefunden ist, die dann zu einer Karte verarbeitet wird. So dauert es mindestens eine halbe Stunde, bis eine Karte fertig ist. Inzwischen habe ich weit über 1.000 Stück hergestellt – jede ein Unikat! – und immer noch wachsende Freude daran!

CED: Die nächste Spende soll nun wieder an den CED gehen. Wie sind Sie auf die Organisation gekommen?

R. Schach: Mir ist wichtig, dass ich weiß – und den Kunden vermitteln kann –, wo die Summe ankommt und für was sie verwendet wird. Als gelernte Erzieherin liegen mir Kinder besonders am Herzen und als ich im Internet las, dass der CED eine Grundschule in Piali/Indien gebaut hat, war sofort klar, dass ich dies unterstütze. Ende 2016 konnte ich einmal 400 Euro, dann 300 Euro und Anfang des Jahres nochmal 200 Euro überweisen. Es ist schön zu wissen, dass mit diesen Summen Kindern Bildung ermöglicht wird, für die die Eltern trotz größter Anstrengung nicht bezahlen könnten.

Infos zu Karten und Stoffresten

Frau Schach (Tel.: 07321/21408, E-Mail: [email protected]) verkauft die Karten für 4 Euro pro Stück, 2 Karten kosten 7 Euro und 3 Karten 10 Euro. Es gibt u.a. Karten mit farbenfrohen Quadraten in creme oder weiß, Karten mit Herzmotiv in creme oder weiß und saisonale Motive zu Weihnachten und Ostern. Zum Jubiläum des CED in München wird sie vor Ort ihre Karten anbieten, allerdings verschickt sie diese auch ohne zusätzliche Portokosten. Darüber hinaus freut sie sich sehr über Patchwork-Stoffreste zur Herstellung vieler weiterer Karten.

"Taschen für Afrika"

Barbara Wolfart, Künstlerin, CED-Helferin aus Kempten

Die Künstlerin Barbara Wolfart aus Kempten finanzierte 2009 durch den CED den Bau des HIV/AIDS-Gesundheitszentrums „Faraja“ in Singida, Tansania. Drei Jahre später besucht sie mit der CED-Vorsitzenden Dr. Susanne Pechel das Haus und ist berührt von der Bedeutung des Hauses und der Hilfe, die es für die Kranken leistet. Bewegt von der Herzlichkeit der Menschen, die das schwere Schicksal HIV/AIDS zu tragen haben, und begeistert von den farbenfrohen Stoffen Afrikas, beginnt Barbara Wolfart ein Projekt, um den Frauen in Singida die Möglichkeit eines Zuerwerbes zu geben. Die Frauen, die die Taschen anfertigen, sind Patientinnen, die in “Faraja” betreut werden. Sie sind froh, etwas tun zu können, um für sich und ihre Kinder etwas zum Leben dazu zu verdienen. Aufgrund ihrer HIV-Infektion finden sie keine Arbeit mehr und können häufig keine schweren Arbeiten mehr verrichten.

Mehr Informationen zur Taschenaktion finden Sie auf www.ced-stiftung.de/afrika-taschen, hier können Sie die Taschen auch bestellen.
Ein großes Dankeschön auch an Julian Wolfart für die ehrenamtliche Programmierung der Taschenseite!

 Gespräch mit Barbara Wolfart:

CED: Sie haben das Projekt „Taschen für Afrika“ ins Leben gerufen. Was steckt dahinter?

B. Wolfart: Die altbekannte Idee, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Bei meinen Afrikareisen hatte ich hauptsächlich mit Frauen zu tun. Ich habe beobachtet, dass viele Mütter von den Vätern ihrer Kinder allein gelassen werden. Die Väter kommen und gehen. Hauptsächlich aber gehen sie. Und die Verantwortung für die Kinder bleibt bei den Frauen, auch die finanzielle. Diese Frauen sind sehr stark. Aber ich wollte eine Möglichkeit finden, ihnen wenigstens ein bisschen zu helfen. Daher war es naheliegend, etwas zu entwickeln, das Frauen einen kleinen Verdienst ermöglicht wie das Nähen von Taschen. Natürlich hat es mir auch Spaß gemacht, sich etwas Kreatives auszudenken. Die Frauen haben das gespürt und sind mit Freude und Fantasie an die Arbeit gegangen.

CED: Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

B. Wolfart: Bei meinem ersten Besuch in Afrika haben mich besonders die wunderschön farbigen Stoffe, die die Afrikanerinnen als Kleider um sich wickeln, fasziniert. Ein paar davon habe ich nach Deutschland mitgenommen. Damals wusste ich noch nicht, was ich damit machen wollte. Zuhause kam mir dann die Idee, die Stoffe mit ausrangierten Kaffeesäcken zu kombinieren und daraus Taschen zu nähen. Ein paar Wochen lang nähte ich zuhause ungefähr 20 verschiedene Mustertaschen. Im nächsten Frühjahr ging ich mit drei Modellen zurück nach Tansania. Dort zeigte ich einigen Frauen, wie diese Taschen genäht werden.

CED: Wie haben Sie Ihre Idee dann in die Tat umgesetzt?

B. Wolfart: Schon bei meinem letzten Besuch in „Faraja“ habe ich einen Raum entdeckt der nur zeitweilig genutzt wurde. Das hat meine Fantasie zusätzlich angeregt, ich wollte diesem „Freiraum“ eine weitere Bestimmung geben. Für mein Taschenprojekt war er schließlich ideal. Die Maschinen kaufte ich in Arusha gleich nach meiner Ankunft aus Europa. Sie funktionieren mit Strom, aber auch mechanisch, wenn der Strom ausfällt - was häufig passiert.

CED: Wie entstehen die Taschen und welches Material wird verwendet?

B. Wolfart: Um die Dinge zu vereinfachen, entschied ich mich vor Ort für nur ein Modell meiner mitgebrachten Mustertaschen. Es ist eine mittelgroße Umhängetasche, die innen mit afrikanischem Stoff gefüttert ist. Dieser Stoff bildet auch nach außen den oberen und farbigen Teil der Tasche. Der untere Teil ist aus einem gebrauchten Kaffeesack aus Jute, der mit Schrift bedruckt ist. Die beiden Materialien bilden einen reizvollen ästhetischen Kontrast.

CED: Wie viele Mütter nehmen momentan an dem Projekt teil?

B. Wolfart: Angefangen haben wir mit drei Frauen, denn wir wussten ja nicht, ob die Taschen auch bei Käufern Gefallen finden würden. Langfristig wünschen wir uns natürlich, viel mehr Frauen einstellen zu können.

CED: Können Sie uns die Geschichte einer der Mütter erzählen, die jetzt als Näherin arbeitet?

B. Wolfart: Ester ist HIV positiv wie auch die anderen Näherinnen. Sie war schwanger, als wir mit dem Projekt im Frühjahr begannen. Im Juli wurde ihre kleine Devotha geboren. Schon in der Schwangerschaft ist sie sehr gut vom HIV/AIDS Zentrum „Faraja“ betreut worden. Bei der Geburt wurde Ester beim Einsetzen der Wehen sofort medizinisch behandelt, so dass die Übertragung des HI-Virus auf das Baby erfolgreich verhindert wurde. Die nachfolgenden medizinischen Tests bestätigten, dass Devotha völlig gesund ist - und dank der guten ärztlichen Betreuung kann Ester ihr Baby sogar stillen!

CED: Wie läuft der Vertrieb ab und wie viele Taschen wurden bereits verkauft?

B. Wolfart: Wir haben bis jetzt rund 50 Taschen verkauft. Momentan läuft der Vertrieb hauptsächlich über private Kanäle. Eine breiter gestreute Vermarktung ist angedacht, auch über das Internet. Mein Sohn, der mich auf meiner letzten Tansaniareise begleitete, hat dafür eine interessante Website entwickelt.

CED: Das Projekt ist sehr gut angelaufen, welche Schritte sind als nächstes geplant?

B. Wolfart: Als nächstes wollen wir die Vermarktung und den Transport von und nach Afrika effektiver gestalten. Langfristig wünschen wir uns natürlich, dass das Projekt vielen alleingelassenen Frauen in Singida zu einem Arbeitsplatz und zu mehr Anerkennung verhilft.

CED: Wo können die Taschen gekauft werden?

B. Wolfart: Direkt über das Büro des CED, dann über mich und über die Website des CED im „Taschenshop.“

"Die Idee vom 'Miteinander Helfen' hat mich sehr beeindruckt"

Bruder Jose Vettikatte, CED-Helfer aus Ingolstadt

Bruder Jose Vettikatte leitet seit 2005 das Kloster der Kapuziner in Ingolstadt. Er kommt aus Kerala (Indien) und ist seit vielen Jahren ehrenamtlicher Helfer im CED. Im Gespräch mit Katja Herzum erzählt er über die Beweggründe seines Engagements für den CED und seine Besuche der CED-Hilfsprojekte in Indien.

CED: Warum engagieren Sie sich für den Christlichen Entwicklungsdienst?

Bruder Jose: 2004 habe ich für ein halbes Jahr im Kapuzinerkloster St. Joseph in München gelebt. Dort lernte ich Dr. Susanne Pechel, die Gründerin des CED, kennen. Sie erzählte mir von den CED-Projekten in verschiedenen Ländern und in Indien, ich selbst komme ja aus Kerala. Die Grundidee des CED, das „Miteinander Helfen“, hat mich sehr beeindruckt. Zu unserer Spiritualität als Kapuziner gehört auch, für andere da zu sein; und wie der CED diese Hilfe für Arme umsetzt, hat mich sehr beeinflusst.

CED: Und Sie haben den CED weiter unterstützt, als Sie 2005 nach Ingolstadt gingen?

Bruder Jose: Ja, wir haben immer wieder versucht, den CED zu unterstützen, besonders die Sozialküche in Bulgarien und die HIV-infizierten Kinder in Afrika. Oder auch durch den Besuch der vom CED unterstützten Obdachlosenheime in Kerala und Chennai bei meinen Heimaturlauben. Ende Oktober ist es wieder soweit, diesmal fahre ich zum St. Joseph's Home in Chennai. Auch konnte ich einige Menschen in der Gemeinde für den CED begeistern. Und dieses Jahr findet erstmalig das CED-Jahrestreffen mit allen ehrenamtlichen Helfern in Ingolstadt statt.

CED: Sie waren in den letzten Jahren bei den CED-Jahrestreffen in München dabei. Was bedeutet Ihnen dieser Kontakt mit den CED-Helfern?

Bruder Jose: Das stimmt, ich freue mich jedes Jahr darauf, denn ich treffe so viele Menschen guten Willens. Besonders beindruckend finde ich die vielen Familien, die sich für den CED engagieren. Es ist nicht selbstverständlich, dass auch Kinder armen Menschen helfen wollen. Und diese Kinder helfen „vom Herzen her“. Ich glaube, das hängt mit dem Geist der Nächstenliebe des CED zusammen, den die Eltern ihren Kindern vorleben. Das hat mich von Anfang an am CED fasziniert.

CED: Eine persönliche Frage: Warum haben Sie sich für den Kapuzinerorden entschieden?

Bruder Jose: Zuerst wollte ich Weltpriester werden. Dann lernte ich die Kapuziner besser kennen, da mein Cousin selbst ein Kapuziner ist. Mir gefiel, dass sie viel im karitativen Bereich arbeiten und nah am Menschen sind; darum entschied ich mich für diesen Orden. Auch die Gemeinschaft im Orden gefällt mir, besonders, dass alle einander unterstützen.

CED: Worin sehen Sie die größten Herausforderungen für Ihr Heimatland?

Bruder Jose: Das ist von Region zu Region sehr verschieden. Mich persönlich berührt, wie alleingelassen viele Menschen in Notlagen sind. Es gibt oft niemanden, der ihnen hilft, z.B. Waisenkindern oder Aidskranken, die von ihren Familien verstoßen wurden. Es gibt zuviel Einsamkeit.

Katja Herzum, Oktober 2013

"Wo viele Hände mithelfen, kann etwas Großes wachsen.”

Christine und Jürgen Richter, Helferkreis Altomünster

“Auch wenn meine Hilfe nur klein ist, will ich nicht nur reden, sondern auch etwas tun. Denn wo viele Hände mithelfen, kann etwas Großes wachsen.”

“Wir haben, was wir zum Leben brauchen, ohne uns Sorgen machen zu müssen, was morgen ist. Die Dankbarkeit dafür ist Grund genug denen zu helfen, die gar nichts haben.”

"Es gehört zum Leben, sich für bedürftige Menschen einzusetzen"

Fuat Oduncu im Gespräch, CED-Helfer aus München

PD Dr. Dr. Fuat Oduncu, Leiter der Hämatologie und Onkologie am Klinikum der Universität München ist Mitglied im Stiftungsrat der CED-Stiftung. Er ist Mentor der Stipendiaten der Max-Weber-Stiftung, die am 16. März 2012 ein Benefizkonzert in St. Joseph organisierten. Im Gespräch mit Katja Herzum vom CED erzählt er über die Beweggründe seines Engagements und über seinen Einsatz für und mit jungen Leuten ...

CED: Woher kennen Sie die "Stiftung Christlicher Entwicklungsdienst" (CED)?

Fuat Oduncu: 1992, also in dem Jahr als Susanne Pechel den CED gründete, bin ich zum ersten Mal mit nach Kalkutta gereist. Frau Pechel, die ich während des Medizinstudiums kennengelernt hatte, war zu einer Segensfeier bei Mutter Theresa eingeladen und ich durfte auch daran teilnehmen – das war eine besondere Ehre! In Indien haben wir auch die Projekte der „Little Sisters of the Poor“ besucht, für die sich Frau Pechel schon seit ihrer Jugend engagierte.

CED: Sie sind Mentor des Max-Weber-Programms, es richtet sich an hochbegabte Studierende an Hochschulen in Bayern und wird von der Studienstiftung des deutschen Volkes verwaltet. Was hat Sie dazu bewegt, sich für die Stipendiaten des Programms zu engagieren?

Fuat Oduncu: Früher war ich selber Stipendiat der Studienstiftung. Das Amt des Mentors wird an einen herangetragen und ich habe sofort zugesagt. Momentan betreue ich 16 Studenten, die meisten studieren Medizin, aber auch ein Philosophie- und ein Physikstudent sind dabei. Meine Aufgabe ist es, den jungen Leuten bei fachlichen Fragen oder Fragen zur Studiengestaltung beratend zur Seite zu stehen. Aber wir treffen uns auch in der Freizeit, z.B. zum Wandern. Mir ist auch wichtig, den Gemeinsinn in ihnen zu wecken bzw. zu stärken, dass sie sich solidarisch mit Menschen fühlen, denen es nicht so gut geht wie ihnen. Vor einem guten Jahr hatten die Studenten dann den Wunsch, sich für eine gute Sache zu engagieren. Ich erzählte Ihnen dann vom CED und sie waren sofort begeistert.

CED: Sie waren gerade zum zweiten Mal in Indien, um CED- Projekte zu besuchen. Der erste Besuch ist 20 Jahre her. Was hat sich verändert?

Fuat Oduncu: Nach so vielen Jahren war es mir ein Anliegen, wieder einmal vor Ort zu sehen, was die Spenden an den CED bewirken können. In Indien hat sich in der Zwischenzeit viel verändert, der wirtschaftliche Aufschwung ist deutlich spürbar, aber die Armut ist immer noch groß. Nur sind die Slums aus den Zentren eher in die Außenbereiche der Städte gedrängt worden. Neben dem Armenhaus „St. Joseph Home“ haben wir die Slumschule „St. Paul's School“ besucht und mit bedürftigen Schülern gesprochen. Seit 1994 unterstützen wir diese Schule schon - etwa mit Schulmaterial, Verpflegung und Gebäudereparaturen. Ab diesem Jahr finanziert der CED auch 50 Schulplätze für Kinder, die sich sonst den Schulbesuch nicht leisten könnten. Außerdem haben wir ein weiteres Schulprojekt 20 km außerhalb Kalkuttas angesehen, das der CED in Zukunft fördern will.

CED: Sie sind Privat-Dozent an der medizinischen Fakultät der LMU und Leiter der Hämatologie und Onkologie an der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV, Klinikum der Universität München. Woher kommt ihre Motivation, trotz dieser hohen beruflichen Anforderungen, sich ehrenamtlich als Mentor und im Stiftungsrat des CED zu engagieren.

Fuat Oduncu: Da ich während des Studiums selbst erlebt habe, wie hilfreich ein Mentor sein kann, wollte ich etwas zurückgeben. Ich sehe meine Aufgabe darin, den jungen Leuten aufzuzeigen, was sie bewirken können. Sie darin zu unterstützen, ihre Fähigkeiten auszubauen oder neue Aspekte zu entdecken. Wichtig ist mir, dass sie begreifen, welches Glück sie haben, hier leben zu können und wie wichtig die Solidarität mit Menschen ist, die weniger Glück haben. Für mich gehört es zum Leben dazu, sich für bedürftige Menschen einzusetzen.

CED: Würden Sie sich als gläubigen Menschen bezeichnen?

Fuat Oduncu: Ich bin in der Türkei geboren und meine Familie gehört der syrisch-orthodoxen Kirche an. Meine Erziehung war stark von den christlichen Werten geprägt und sie bedeuten mir sehr viel. Der christliche Glaube gibt mir Orientierung und Kraft in meinem Leben. 

CED: Was wünschen Sie dem CED zu seinem 20. Geburtstag?

Fuat Oduncu: Ich wünsche dem CED, dass er so weiter machen kann wie bisher, dass viele neue Helfer in dem neuen Jahrzehnt dazu kommen und auch viele neue Projekte. Auch wünsche ich ihm Menschen, die das Herz und Auge haben, die Not zu erkennen, und sich mit dem, was sie geben können, für den CED einsetzen werden.

Katja Herzum, Juni 2012

„Es ist nur Zufall, dass ich in Deutschland geboren bin ..."

Karin Geißinger, Helferkreis Rott am Inn

„Es ist nur Zufall, dass ich in Deutschland geboren bin. Ich hätte auch in Tansania oder Indien zur Welt kommen können. Susanne Pechel sorgt dafür, dass Hilfe ankommt. Deshalb engagiere ich mich für den CED.“

"... mit einfach gebastelten Palmbuschen Großes bewirken."

Evelyn und Hubert Friedrich, Helferkreis Haldenwang

"Wir finden es wichtig, jungen Menschen die Entwicklungshilfe und das Thema "Menschen in Not" näher zu bringen, sie zu ermutigen, nach ihren Fähigkeiten zu suchen und in kleinen Schritten zu versuchen, Hilfe für die armen Menschen zu erreichen. Das alljährliche Palmbuschenbinden mit den Firmlingen zeigt ihnen, dass sie mit einfach gebastelten Büschelchen Großes bewirken können. Die hohe Spendenbereitschaft beim Palmbuschverkauf macht uns jedes Jahr wieder stolz, einen Beitrag für den CED leisten zu können."

„Der Kontakt zu den CED-Helfern bedeutet mir sehr viel, ..."

Br. Gregor, Helferkreis Belozem und Projektpartner

„Der Kontakt zu den CED-Helfern bedeutet mir sehr viel, da ich durch diese Hilfe mehr Sicherheit bekomme. Ich weiß, dass ich um Hilfe bitten kann. Ohne diesen Rückhalt könnte ich die Sozialküche nicht führen.
Das 4-Kontinente-Treffen ist für mich deshalb eine Bereicherung, weil ich dadurch die Möglichkeit habe, mit sozial denkenden und idealistischen Menschen zu reden und neue Anregungen für meine eigene Arbeit zu bekommen.
Vor allem bin ich aber für die Freundschaft der CED-Helfer dankbar. Sie bereitet mir einfach Freude.“

"Auf jeden einzelnen Tropfen kommt es an.“

Helferkreis Coburg

Mone Burkard
„Ich arbeite gerne mit, weil die CED-Mitglieder so eine Fröhlichkeit und Begeisterung ausstrahlen, dass man sich in ihrer Gemeinschaft wohl fühlt. Vom Jahrestreffen in München komme ich immer beglückt und reich beschenkt zurück.“

Hans Burkard
„Angesichts der Hilfsbedürftigkeit unzähliger Menschen ist mein Beitrag sehr gering. Aber es gäbe auch kein Wasser ohne Wassertropfen. Auf jeden einzelnen Tropfen kommt es an.“

Christl Göbel
"Wenn ich Sr. Mary, Bruder Gregor oder Pater Moses begegne, springt das Feuer ihrer Begeisterung auf mich über. Es macht mir dann einfach Freude, hier bei uns Aktionen zu gestalten, um ihre Projekte ein Stück weit voranzubringen und mitzutragen."

Holger Göbel
"Bei meinen Fahrten nach Indien glaubte ich anfangs, der Sinn bestünde darin, den Notleidenden unsere Hilfe zu bringen. Als ich dann aber dort ihre Dankbarkeit und ihre Lebensfreude spürte, war ich der Beschenkte. Das gibt mir Kraft."

"... in der glücklichen Lage, anderen Menschen helfen zu können"

Petra Wiedemann, Helferkreis Kempten

„Ihr Lächeln füllt das ganze Gesicht aus“

Petra Wiedemann (CED-Kempten) berichtet von ihrer Projektreise nach Tansania

Petra Wiedemann gehört zu den CED-Helferinnen der ersten Stunde. Die Projekte in Tansania sind ein Schwerpunkt ihrer ehrenamtlichen Arbeit im/beim CED. Der Kontinent fasziniert sie seit ihrem fünften Lebensjahr. Hauptberuflich unterrichtet Frau Wiedemann an der Volksschule Buchenberg bei Kempten. Sie erzählt ihren Schülern gerne von den Projekten des Entwicklungsdienstes. Einige Schüler hat sie schon als Helfer für den CED gewonnen. Vor allem die Pallottischule in Tansania ist ihnen ans Herz gewachsen. Frau Wiedemann selbst reist für den CED regelmäßig nach Afrika, um sich über den Stand der laufenden Projekte vor Ort zu informieren. Besonders beeindruckend ist für sie die Begegnung mit den Menschen. Häufig besucht sie die CED-Hilfsprojekte und erzählt von Menschen, die trotz Krankheit und Leid das Lächeln nicht verlernt haben.


CED: Was fasziniert sie so an Afrika und speziell an Tansania?

Petra Wiedemann: Mich fasziniert der Kontinent schon seit meiner Kindheit. Seit ich im CED mithelfe, ist es die Beziehung zu den Menschen, die mich immer wieder nach Afrika zieht. Was die Reisen dorthin außerdem so besonders macht: Man sieht, was mit den CED-Spenden passiert – und dass sehr viel Positives daraus entsteht.

CED: Wie reagieren die Mädchen dort auf den Besuch vom CED, wenn sie wissen: Das ist eine, die uns unterstützt?

Petra Wiedemann: Sie sind ganz herzlich! Sie wollen wissen, wie die Schüler bei uns lernen, wie es bei mir an der Schule zugeht, wie unser Leben in Deutschland ist, was für uns wichtig ist und worüber wir uns Gedanken machen. Und sie erzählen immer, welchen Beruf sie erlernen wollen.

CED: Was zum Beispiel?

Petra Wiedemann: Viele wollen Lehrerin werden. Aber auch Krankenschwester oder Ärztin sind beliebte Berufe. Und auffällig viele möchten einen technischen Beruf erlernen. Mich beeindruckt es, wie fleißig und hart sie dafür arbeiten. Den Mädchen ist klar, dass nur eine gute Schulbildung sie aus dem Teufelskreis der Armut befreien kann. Begeistert war ich auch, dass viele von den Mädchen sehr gut und flüssig Englisch sprechen.


CED: Der CED unterstützt in Tansania auch ein Armenkrankenhaus. Wie ist der aktuelle Zustand?

Petra Wiedemann: Es ist ein insgesamt einfaches, aber materiell und personell sehr gut ausgestattetes und sehr sauberes Krankenhaus. Die Betten sind einfach, die Rollstühle einfache Stühle mit Rädern. Aber wie dort gearbeitet wird, ist wirklich gut. Die Patientenlisten werden akribisch genau geführt. Ich bin bei vielen Geburten dabei und staune, wie versiert Ärzte und Pflegepersonal arbeiten.

CED: Können Sie ein Beispiel geben, was CED-Gelder konkret bewirken konnten?

Petra Wiedemann: Als Beispiel möchte ich von einem Fall eines AIDS-Waisenkindes berichten. Vor zwei Jahren war ich mit meinem Mann in Afrika und habe ein Waisenkind, ein Mädchen, besucht, das bei ihrem 70-jährigen Großvater lebt. Das kleine Mädchen ist HIV-positiv. Das Dach ihres Hauses war zusammengebrochen und sie waren sozusagen obdachlos. Susanne Pechel hat sofort Hilfe zugesagt. Als ich jetzt wieder dort war, kam mir das Mädchen überglücklich entgegen. Sie ist jetzt stolze Hausbesitzerin und kümmert sich um das Haus. Jeder hat jetzt ein eigenes kleines Zimmer. Im alten Haus musste sie mit Schwester und Großvater in einem Bett schlafen. Nur um zu verdeutlichen, wie wichtig ein wärmendes Zuhause dort ist: In dieser Gegend in Tansania kann es nachts auch bitterkalt werden.

CED: Wenn jemand wenig Geld hat, den CED aber trotzdem auch finanziell unterstützen möchte: Was bewirken in Tansania 10 Euro?

Petra Wiedemann: Man kann so viel mit nur 10 Euro bewirken. In Afrika bekommt man für das Geld viel mehr als hier. Man kann Seife oder Schulzeug kaufen, (Komma weg) oder gesunde Lebensmittel, die besonders für Aids-Kranke wichtig sind. Bei einer guten Ernährung bricht die Krankheit nicht so schnell aus.

CED: Was hat Sie in Afrika am meisten beeindruckt?

Petra Wiedemann: Es sind immer die Menschen. Sie sind so herzlich und gastfreundlich. Sie haben ein Lächeln, das das ganze Gesicht ausfüllt. Selbst dann, wenn sie ein schweres Leid plagt. Ich habe zum Beispiel ein Mädchen getroffen, das Aids hat und dennoch einen sehr starken Lebensmut und Kampfgeist bewies. Mir tut es gut, solche Menschen zu erleben. Das Schönste ist, wenn ein Kind auf der Straße strahlend auf mich zukommt und mir die Arme entgegenstreckt. Es ist immer wieder schön für mich zu sehen, wie glücklich die kleinen Kinder sind, wenn sie in den Tragetüchern bei ihren Müttern oder älteren Geschwistern sind. Faszinierend ist die Kreativität der Kinder, sich selber Spielzeug zu basteln. Es ist diese Einfachheit, die mein Leben und mein Denken wieder in die richtige Bahn lenkt. Dann erscheinen mir meine Probleme zum Teil unwichtig. Und mich beeindrucken die Schwestern, die in der Pallottischule, im Krankenhaus und im AIDS-Zentrum eine so wahnsinnig tolle und aufopferungsvolle Arbeit leisten. Ich freue mich jetzt schon auf meine nächste Reise dorthin.

CED: Hatten Sie keine Angst vor einer Ansteckung mit AIDS?

Petra Wiedemann: Bei meiner ersten Reise da war ich schon ein bisschen nervös. Als ich dann aber bei einer sehr kranken Frau war, musste ich sie einfach in den Arm nehmen, als ich sie gesehen habe, und meine Bedenken waren wie weggewischt. Sie war so dankbar, dass sie meine Hand gar nicht mehr los gelassen hat! Und es war auch für mich so schön. Sie hat mir so viel gegeben! Die Frau ist inzwischen gestorben, aber ich denke noch oft an sie. Es gibt kein Geld, das einen so glücklich machen kann, als wenn man solche Situationen erleben darf.


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