Indien ist und bleibt auch weiterhin die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Welt. Laut Prognosen wird Indiens Wirtschaft auch bis 2030 hohe Wachstumsraten verzeichnen. Aber Reichtum und Armut liegen als Extreme in der Bevölkerung weiterhin dicht nebeneinander, denn nur ein kleiner Anteil der indischen Bevölkerung profitiert von diesem wirtschaftlichen Boom. Der Großteil der Inder lebt nach wie vor in bitterer Armut. Rund ein Drittel der 1,2 Milliarden Menschen hat weniger als einen 1 US-Dollar pro Kopf und Tag zum Leben. Oft reicht das Geld nicht einmal für eine Schüssel Reis am Tag. Neben Kindern sind besonders alte Menschen die Verlierer in der indischen Gesellschaft. Selbst durch ein arbeitsreiches Leben können sie von der kargen Rente – sofern sie überhaupt eine erhalten – ihren Lebensunterhalt nicht finanzieren. Wer keine Familie hat und nicht mehr arbeiten kann, endet oft wohnungslos auf der Straße und ist dort den brutalen und unbarmherzigen Bedingungen schutzlos ausgeliefert. Seit dem Jahr 1839 gibt es den katholischen Schwesternorden der „Kleinen Schwestern der Armen“, die weltweit den alten und armen Menschen ein liebevolles Zuhause schenken. In Indien haben sie in Kalkutta im Jahr 1882 ihr erstes Armenhaus gebaut, dreizehn weitere folgten. Wenn es die Armenhäuser der „Little Sisters“ nicht gäbe, müssten viele alte Menschen unter Brücken oder auf Gehwegen schlafen.